Brautstrauss-Florale-Raumkonzepte

Endstation Blumenladen?


Dekoration Florale Raumkonzepte Hamburg

Dekoration Florale Raumkonzepte Hamburg

Einmal drin, nie wieder raus? Nein. Ganz im Gegenteil. Wer den Floristen-Beruf erlernt hat, kann weitaus mehr als Blumen binden und verkaufen. Dennoch hat der Berufszweig Nachwuchs-Probleme. Vielleicht, weil es vielen Schulabgängern an Wissen fehlt, was diesen Beruf ausmacht. Und die Berufsbeschreibung der Bundesagentur für Arbeit oder der Handelskammer reißt einen jungen ambitionierten Geist nicht gerade vom Hocker. So liest man auf der Website der Hamburger Handelskammer:

„Floristen und Floristinnen sind vorwiegend im Floristen Fachhandel angestellt; zunehmend auch freiberuflich tätig.“

Bei solchen Beschreibungen ist jede Schülerin und jeder Schüler der Abschlussklassen sicherlich alles andere als höchst motiviert, diesen Beruf zu erlenen. Und wer will schon die ungeliebten Arbeitszeiten von Montag bis Samstag bei zumeist geringer Vergütung? Nächtliche Fahrten zum Blumengroßmarkt oder zu Pflanzenmärkten bei den niederländischen Nachbarn sind auch nicht jedermanns Sache.

Das ist vermutlich die eine Seite, warum es an Nachwuchs fehlt, und die andere: Derzeit bilden in Hamburg weniger als 20 Floristikunternehmen aus. In Berlin sollen es sogar nur noch 10 Betriebe sein. Gerade mal ein Ausbildungsplatz ab August 2014 ist derzeit auf der Website der Handelskammer Hamburg veröffentlicht. Erschreckend wenig bei rund 430 Einträgen zum Thema Blumen und Floristik im Hamburger Branchenverzeichnis. Da verwundert es nicht, dass der Beruf Florist nicht gerade zu den beliebtesten Ausbildungsberufen gehört.

Floristik – ein Beruf mit vielen Gesichtern

Dass dieser Beruf viel Freiraum bietet, um seine Kreativität zu entwickeln und seine Leidenschaft auszuleben, beweist die Hamburger Floristin Monika Nieland. 1999 als Europameisterin der Floristik gekürt gründete sie 2001 zusammen mit ihrem Ehemann ihr Unternehmen „Florale Raumkonzepte“. Also alles andere als einen Blumenladen, sie startete nämlich ohne Blumenladen in die Selbständigkeit.

Monika und Matthias Nieland

Monika und Matthias Nieland

„Mein erster Kunde war das Park Hyatt in Hamburg“, erzählt die gebürtige Ober-Bayerin, deren Eltern bereits eine Gärtnerei hatten. Aufgewachsen zwischen Pflanzen hat sie ihren Beruf sozusagen von den Eltern geerbt. Monika Nielands Geschäftspartner sind in erster Linie Business-Kunden, vor allem aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe. Für diese entwickelt sie ganzheitliche individuelle Dekorations-Konzepte. Sie berät, plant und realisiert mit ihrem Team die anspruchsvollen Wünsche ihrer Kunden. Und woher nimmt Monika Nieland die Ideen? Sie lässt sich von Trends, Jahreszeiten, Materialien inspirieren.
„Wenn mir nichts mehr einfällt, höre ich auf“, sagt sie und fügt lachend hinzu, „aber das wird nicht passieren, dass mir die Ideen ausgehen.“

Kreativität und Einsatzwillen sind gefragt

Bühnendekoration Florale Raumkonzepte Hamburg

Bühnendekoration Florale Raumkonzepte Hamburg

Inzwischen spielt sie mit einem eigenen Gewächshaus für Dekoration und Leihpflanzen und ihren zwei Floristik-Fachgeschäften (Straussbar) in der Liga der Top-Five in Hamburg. Erfolg hat jedoch seinen Preis: 80 Stunden Arbeit pro Woche kommen da oft zusammen.

Als ich sie fragte, was sie antreibe, war sofort klar: Floristik ist für Monika Nieland nicht nur Beruf, sondern Berufung, die jeden Tag von ihr gelebt wird. „Das ist keine Arbeit, das ist Passion. Mein größter Lohn ist das Lächeln eines Kunden und wenn er dann kommt und sagt, das war wunderbar, freue ich mich noch Tage später darüber.“

Florale Raum- und Eventgestaltung, Florales für Marketing-Kampagnen und das individuelle Arrangement für den einzelnen sind die Themen, die sie besetzt. Großen Wert legt sie auf die Ausbildung ihrer Azubis, von acht Mitarbeitern sind zwei in der Ausbildung. Ein möglichst breites Einsatzspektrum soll der Nachwuchs kennen lernen. Sie bietet Praktikumsplätze für Schüler an und hält den Kontakt zu Schulen, um das Berufsbild zu kommunizieren. Der Betrieb bildet jedes Jahr aus.
Azubine ist derzeit Charlotte Germann (2. Lehrjahr): “Das Faszinierende an diesem Beruf ist für mich, eine Pflanze bzw. ihre Blüte in Szene zu setzen. Nach dem Abitur und einem Jahr im Ausland habe ich mich bewusst für diesen Beruf entschieden. Floristik ist für mich ein niveauvolles Handwerk mit Kunstcharakter. Ich wollte schon immer etwas Kreatives mit Blumen machen.”

Das Unternehmen von Monika und Matthias Nieland ist als eingetragener Fachbetrieb qualifiziert. Es motiviert alle Mitarbeiter sich an Floristik-Wettbewerben zu beteiligen. Denn gerade im Wettbewerb lernt man sich selbst und seine Möglichkeiten kennen, diese auszuschöpfen und erfährt auch seine Grenzen. Schließlich bietet der Beruf des Floristen viel Raum für Ideen. Arbeitsplätze finden sich im Messe- und Eventmanagement, in der Möbelbranche, im Hotelgewerbe, des Handels und Versandhandels, in der Medienlandschaft,  und – je nach Passion – natürlich auch im eigenen „Blumenladen“.

Birgit Puck

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