Balkongarten mit Balkonerdbeeren

Wann ist Ernte? Balkongärten voll im Trend

Urbaner Gartenbau – „Urban Gardening“ – ist die gärtnerische Nutzung kleiner Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten. Auch der Begriff „Guerilla Gardening“ wird in diesem Zusammenhang oft genannt. Er bezeichnet die heimliche Aussaat von Pflanzen als Mittel des politischen Protestes und zivilen Ungehorsams im öffentlichen Raum. Seinen Ursprung soll diese Protest-Bewegung in Großbritannien haben. In den 1970er Jahren verbreitete sie sich dann in amerikanischen Großstädten. Inzwischen hat sich das Guerilla Gardening zu urbaner Landwirtschaft mit ökonomischem Mehrwert entwickelt. Das „Green Business“ auf New Yorks Dächern brummt.

Vom Dach direkt auf den Teller

Cocktailtomate - Foto: Linn Greyling

Cocktailtomate – Foto: Linn Greyling

Mit Blick auf die Skyline von Manhattan wird eifrig Bio-Gemüse angebaut. Eine von den Gemüse-Bäuerinnen ist Anastasia Cole Plakias, die inzwischen 4.000 Quadratmeter Bauernhof on top bewirtschaftet. Ganz so großflächig geht es in deutschen Großstädten wohl noch nicht zu. Jedoch selbst hier liegt das Gärtnern auf kleinstem Raum ganz im Trend der Stadtbewohner, die ihren Balkon zur Selbstversorgung für sich entdeckt haben. Die umweltschonende Produktion und das bewusste Konsumieren sind da sicherlich nicht die einzigen Gründe fürs Balkongärtnern. Denn ein üppig bepflanzter Balkon ist auch was fürs Auge und aus Eigenanbau schmeckt‘s einfach am besten.

Säen, gießen und beobachten

Welche Pflanzen sich zum Anbau eignen, hängt nicht nur von der Größe des Balkons ab, sondern ebenfalls von der Ausrichtung. Manche Sorten verlangen einen Südbalkon, andere benötigen weniger Licht und Wärme. Newcomer im Urban Gardening finden zum Thema „Was pflanz‘ ich?“ unzählige Tipps zum Balkongärtnern in Fachbüchern und Blogs. Wer nicht gerade von Natur aus mit einem grünen Daumen gesegnet ist, muss probieren, probieren, probieren. Zu den gängigen Balkonkulturen zählen sicherlich Erdbeeren, Tomaten, Chili, Aubergine, Knoblauch oder Radieschen. Auch im Schatten gedeiht so einiges wie Minze, Kapuzinerkresse, Rauke oder Feldsalat.

Scharfe Peperoni - Foto: Hans Braxmeier

Scharfe Peperoni – Foto: Hans Braxmeier

Hoch hinaus wachsen

Je dichter ein Balkongarten bepflanzt ist, desto schöner ist er. Gerade bei kleinen Balkonen stößt man jedoch schnell an Grenzen. Da hilft vertikales Gärtnern – statt in die Breite eben in die Höhe! Pflanzenampeln oder Gitter für Kletterpflanzen helfen, den Balkon in eine grüne Oase zu verwandeln und es bleibt Platz für Tisch und Stühle.

Zu einem richtigen Garten gehören natürlich nicht nur Beete, sondern auch Gewächshäuser. Selbst darauf müssen Balkongärtner nicht verzichten: Mini-Gewächshäuser und kleine Frühbeete zur Anzucht gibt es zu Hauf. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte und gar an eine Art Obstwiese denkt, braucht aber schon etwas mehr Platz. Denn Obst wächst am besten in großzügigen Kübeln von mindestens 30 cm Breite und Tiefe. Irgendwie ist jeder Balkonbesitzer eben doch beschränkt.

Exoten gesucht

Einen Riesenvorteil hat die Balkonernte natürlich gegenüber dem profanen Einkauf auf dem Markt. Es können auch Pflanzen geerntet werden, die auf keinem Markt zu haben sind. Dazu gehören seltene oder exotische Kräuter wie z. B. die Parakresse, eine Würz- und Heilpflanze, die in der Karibik sowie im tropischen Südamerika heimisch ist.

Blüte Parakresse - Foto: Wikipedia

Blüte Parakresse – Foto: Wikipedia

Sie ist leicht scharf, pikant-salzig und zugleich etwas süß. Ihre Vitamin-C-reichen Blättchen können roh und gedünstet gegessen werden. Sie ist eine interessante Alternative zu Chili oder Pfeffer. Oder ein anderes, seltenes pfeffriges Kraut ist der Japanische Wasserpfeffer, der Sushi, Sashimi und Tempura würzt und bestens in mäßiger Sonne auf dem Balkon gedeiht. Allein die Reihe der Balkonkräuter könnte endlos fortgesetzt werden. Am besten, man fängt einfach mal an …

 

 

 

Literatur-Tipp: Balkongärtnern für Einsteiger

Literatur-Tipp: Balkongärtnern für Einsteiger

 Literatur zum Balkongarten

Tipps zum eigenen Balkongarten mit Beispielen zu Obst, Gemüse und Kräutern findet man in dem Ratgeber „Balkonernte“ (2014, Kosmos Verlag).

Wer inhaltlich tiefer einsteigen möchte, folgt den QR-Codes im Buch (€ 7,99).

 

 

 

 

Literatur-Tipp: Kräuter, Obst, Gemüse für den Balkon

Literatur-Tipp: Kräuter, Obst, Gemüse für den Balkon

Wesentlich umfangreicher, gerade für diejenigen, denen besonders die Obstkultur am Herzen liegt, ist das Buch von Alex Mitchell „Mein Küchenbalkon“.

Ebenfalls im Kosmos Verlag in der deutschen Ausgabe 2012 erschienen und leicht wegzulesen, mit redaktionell aufbereiteten Begleittexten und 350 Farbfotos (€ 19,95).

 

 

 Birgit Puck

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